24/08/2026

Eine Feng-Shui-Analyse ist noch keine Lösung

Wie aus Feng Shui und Handwerk meine eigene Arbeitsweise entstand.

Ich war schon viele Jahre Malermeisterin, als Feng Shui Teil meiner Arbeit wurde. Farbe war für mich also alles andere als Neuland.

Ich wusste, wie Farbtöne Räume verändern. Wie warme Farben Flächen optisch näherholen und kühle sie zurücktreten lassen. Wie Licht, Untergrund und Oberfläche einen Farbton beeinflussen. Wie ich mit Farbe Proportionen verändern, einen langen Raum optisch verkürzen oder den Blick ganz bewusst lenken kann.

Das war mein Handwerk. Dann kam Feng Shui dazu und plötzlich bekam Farbe für mich noch eine ganz andere Ebene.

Was Feng Shui meinem Wissen über Farbe hinzugefügt hat

In der klassischen Farbenlehre nach Itten hatte ich in der Berufsschule gelernt, Schwarz und Weiß als Nichtfarben zu betrachten. Im Feng Shui begegneten sie mir in einem völlig anderen Zusammenhang. Schwarz wird dem Element Wasser zugeordnet, Weiß dem Metall.

Auch die Auswahl von Farben veränderte sich für mich. Bis dahin waren Raum, Licht, Untergrund, gewünschte Wirkung und natürlich auch der Geschmack meiner Kunden entscheidend. Durch Feng Shui kam eine weitere Frage hinzu:

Was braucht eigentlich der Mensch, der in diesem Raum lebt?

Über die persönliche Kua-Zahl und das zugehörige Trigramm kommen die fünf Elemente ins Spiel und damit Farbtöne, die einen Menschen unterstützen können. Bei einem Paar oder einer Familie wird es noch interessanter, weil nicht nur die Bedürfnisse eines einzelnen Menschen berücksichtigt werden können.

Aus „Was gefällt Dir?“ wurde für mich deshalb zusätzlich die Frage:

„Was unterstützt Dich?“

Und das fand ich enorm spannend. Denn Farbtöne sind kein kleines Detail im Raum. Sie umgeben uns auf vielen Quadratmetern. Wände und Decken bilden riesige Flächen, hinzu kommen Böden, Möbel, Textilien und andere Materialien.

Ich wäre froh gewesen, wenn ich dieses Wissen schon früher als Malermeisterin gehabt hätte. Nicht, weil meine Farbgestaltungen vorher falsch gewesen wären. Aber ich hätte manche Entscheidung anders getroffen, weil ich den Menschen noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet hätte.

Nach der Ausbildung kam für mich die entscheidende Frage

Während meiner Feng-Shui-Ausbildung hatte ich gelernt zu analysieren. Grundrisse, Berechnungen, Qi-Verläufe, die fünf Elemente und viele weitere Zusammenhänge gaben mir sehr genaue Informationen darüber, was in einem Raum nicht passte.

Und dann stand ich nach meiner Ausbildung vor einem Problem, das aus meiner Sicht viele Menschen nach einer umfangreichen Feng-Shui-Ausbildung haben:

Ich wusste, wie ich analysiere. Aber wie setze ich das Ergebnis jetzt konkret um?

Denn eine noch so gute Analyse verändert zunächst einmal gar nichts. Wenn ich einem Menschen erkläre, dass das Qi durch seinen langen Flur viel zu schnell läuft, hat er anschließend eine Information. Aber noch keine Lösung.

Wenn ich ihm sage, dass ein bestimmtes Element fehlt oder gestärkt werden sollte, entsteht daraus noch kein gestalteter Raum. Und genau an diesem Punkt haben mir viele der damals empfohlenen Feng-Shui-Maßnahmen nicht weitergeholfen.

Münzen, Flöten, Windspiele oder Dinge, die in einem Grundriss eingezeichnet oder an bestimmten Stellen platziert werden sollten, waren nicht die Art von Lösung, mit der ich arbeiten wollte.

Nicht, weil ich Feng Shui infrage stellte. Ganz im Gegenteil. Ich wollte die Erkenntnisse daraus endlich in den Raum übersetzen.

Menschen brauchen Lösungen, nicht noch mehr Fragen

Das wurde für mich zu einem entscheidenden Grundsatz meiner Arbeit. Ein Kunde beauftragt mich nicht, damit ich ihm am Ende ausführlich erkläre, wo überall Probleme liegen und ihn anschließend damit alleinlasse.

Er möchte wissen: Was soll ich verändern?

Was kann bleiben? Was sollte anders werden? Welche Farbe funktioniert? Welches Material? Muss ein Möbelstück tatsächlich an einen anderen Platz? Kann ich einen ungünstigen Bereich mit Gestaltung verändern? Was kann der Maler machen? Was der Schreiner? Was lässt sich mit Licht oder Boden lösen?

Und plötzlich wurde mir klar, dass ich einen großen Teil der Antworten längst mitgebracht hatte. Aus dem Handwerk.

Was kann ich mit Farbe, Form und Material lösen?

  • Ich kann mit Farbflächen arbeiten. Mit einer anderen Verlegerichtung des Bodens. Mit Formen, Materialien, Licht oder einer bewussten Gliederung.
  • Wenn das Qi in einem langen, geraden Flur zu schnell wird, kann ich mich fragen, wie ich diese Bewegung gestalterisch unterbreche.
  • Wenn ich in einem Treppenhaus die Bewegung und den Blick nach oben führen möchte, brauche ich nicht zwangsläufig etwas, das dort zusätzlich hängt.
  • Ich kann die Architektur selbst nutzen.
  • Eine Farbgestaltung kann den Verlauf der Treppe aufnehmen. Linien und Flächen können die Bewegung unterstützen. Licht kann den Weg begleiten.

Damit passiert etwas, das für meine Arbeit bis heute wichtig ist: Die Feng-Shui-Optimierung wird Teil der Raumgestaltung.

Niemand muss später erklären, warum dort ein bestimmter Gegenstand hängt oder steht. Im besten Fall sieht jemand den fertigen Raum und sagt einfach: „Wow. Wie cool sieht das denn aus?“

Genau das wollte ich.

„Nimm Grün“ war mir nicht konkret genug

Dasselbe Problem hatte ich mit den Farbempfehlungen. Wenn ich über die Feng-Shui-Analyse wusste, dass beispielsweise das Element Holz einen Menschen unterstützt, war die Aussage „Dann nimm Grün“ für mich als Malermeisterin keine ausreichende Empfehlung.

Welches Grün?

Ein gelbliches, warmes Grün oder eher vergraut? Ein kühlerer Farbton? Hell oder dunkel? Wie viel davon braucht der Raum? Wo setze ich ihn ein? Was ist bereits vorhanden? Welche anderen Elemente bringen Boden, Möbel und Materialien mit?

Und vor allem: Was sage ich einem Kunden, der anschließend tatsächlich zu seinem Maler oder in den Fachhandel geht? Ich wollte konkrete Farbtöne empfehlen können. Genau deshalb habe ich meine apprico COLOURS® Farbkarte entwickelt. Sie verbindet meine Arbeit mit den fünf Elementen mit einer konkreten Farbauswahl und macht aus einer allgemeinen Empfehlung etwas, das tatsächlich umgesetzt werden kann.

So entstand die apprico Methode®

Direkt nach meiner Feng-Shui-Ausbildung begann ich deshalb, mein neues Wissen mit dem zu verbinden, was ich aus meinem bisherigen Berufsleben mitgebracht hatte.

Feng Shui auf der einen Seite. Handwerk, Farbe, Form, Material, Licht und meine Erfahrung mit realen Räumen auf der anderen. Daraus entwickelte sich die apprico Methode®. Nicht, weil ich Feng Shui neu erfinden wollte.

Sondern weil mir zwischen Analyse und Umsetzung etwas fehlte. Und genau dort liegt für mich bis heute der entscheidende Unterschied. Die Analyse zeigt mir, was nicht passt. Meine eigentliche Arbeit beginnt mit der Frage, wie wir es konkret lösen.

Eine Lösung muss für mich nicht nur aus Feng-Shui-Sicht sinnvoll sein. Sie muss zum Menschen passen, zum Gebäude, zur Nutzung und zum Alltag. Und sie muss sich umsetzen lassen. Wenn dafür ein Maler, Schreiner, Elektriker oder Bodenleger gebraucht wird, muss derjenige verstehen, was er machen soll. Er muss dafür kein Feng-Shui-Experte sein.

Das ist für mich angewandtes Feng Shui.

Feng Shui muss nicht nach Feng Shui aussehen

Vielleicht ist das der Satz, der meine Arbeit heute am besten beschreibt. Ich möchte einem Raum nicht ansehen, dass Feng Shui angewendet wurde. Ich möchte sehen und spüren, dass er funktioniert.

Dass Laufwege stimmen. Dass ein Mensch sich an seinem Arbeitsplatz geschützt fühlt. Dass ein langer Flur nicht einfach nur eine Rennstrecke durchs Haus ist. Dass Farben nicht zufällig gewählt wurden. Dass Materialien, Formen und Licht miteinander arbeiten und dass der Raum zu den Menschen passt, die ihn nutzen.

Dafür brauche ich keine sichtbare „Feng-Shui-Dekoration“. Ich brauche gute Lösungen. Und genau deshalb gehören für mich Feng Shui, Planung und Handwerk heute untrennbar zusammen.

Du möchtest Feng Shui praktisch anwenden?

Wenn Du einen Einstieg suchst, ist mein E-Book „Feng Shui – Grundlagen für Zuhause“ genau dafür gedacht. Darin findest Du neben den Grundlagen bereits viele meiner konkreten Tipps für die Gestaltung und Optimierung von Haus und Wohnung.

Und wenn Du konkret mit unterstützenden Farbtönen arbeiten möchtest, findest Du im Shop auch meine apprico COLOURS® Farbkarte mit 144 Farbtönen.


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Heike Schauz ist Malermeisterin und Feng-Shui-Expertin. In den vergangenen 20 Jahren hat sie über 2800 Projekte in Neubau, Sanierung und Gewerbe begleitet und Feng Shui nach ihrer apprico Methode eingesetzt: ohne Esoterik, dafür mit klaren Entscheidungen zu Farbe, Form und Material. Im Blog erklärt sie Feng Shui und Business-Feng-Shui und zeigt, wie Du es praktisch anwendest.